Slogan: "Frei von deutschen Teilen" Vortragsabend zur Sicherheitspolitik



Landkreis. Fehlende Ersatzteile, zu viele Offiziere, Munition, die im Kampf nur einen Tag reicht - Oberst a.D. Richard Drexl prangerte auf dem Vortragsabend des Kreiskrieger- und Soldatenverbands Landshut den schlechten Zustand der Bundeswehr an. Dabei gibt es vieles, was die Bundeswehr künftig laut Oberstleutnant der Reserve Claus Schorn verteidigen muss: Menschenrechte, Freiheit, Demokratie. Eine "Feuerwehr" brauche es zwar nicht, aber die globale Ordnung müsse Deutschland aktiv mitgestalten.

Drexl mahnt zur Vorsicht Drexl, außerdem Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, referierte über das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands. Auch wenn es derzeit keine unmittelbare Bedrohung gebe, mahnte er zur Vorsicht: Was die Bundeswehr in den letzten zehn bis 20 Jahren versäumt habe, nämlich für die Ausrüstung zu schließen, lasse sich nur über Jahre korrigieren, nicht kurzfristig. Wenn ein Panzer also nicht fährt, ein nicht fliegt, dann weil die Ersatzteile fehlen. Noch Ende der 60er Jahre sei ein Viertel des Bundeshaushalts in die Bundeswehr geflossen, bis 2017 sei der Wert auf zehn Prozent gesunken. Auf Rüstungsmessen im Nahen Osten werde inzwischen mit dem Slogan "Frei von deutschen Teilen" geworben. Schuld daran: Auch die Bürokratisierung der Bundeswehr. Die Versäumnisse haben dazu geführt, dass Deutschland in Drexls Augen kein ebenbürtiger Partner für andere Staaten ist, sondern "sicherheitspolitischer Trittbrettfahrer" - mit nur knapp 140.000 sofort einsetzbaren Soldaten. Zum Vergleich: Der Iran verfüge bei ähnlichen Bevölkerungszahlen über eine Armee mit 870.000 Soldaten. Obendrein sei mittlerweile jeder vierte deutsche Bundeswehrler ein Offizier, es gebe zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer. Während Drexl die deutschen Streitkräfte nur bedingt abwehrbereit sieht, zieht die Volksrepublik China davon: 1,6 Millionen Soldaten zählt deren Arme. Dahinter steht eine zentrale Plankommission, die auch die Staatswirtwchaft lenkt - und mit ihren Produkten d en deutschen Markt zu überschwemmen droht. In dieser "Systemkurrenz" müsse sich Deutschland behaupten.

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